Etikettenprüfung für Importeure
Wer ein Lebensmittel nach Deutschland einführt, haftet für dessen Kennzeichnung — auch wenn das Etikett im Herkunftsland entstanden ist. Der Dekla Label Checker prüft eingeführte Etiketten gegen die EU-Vorgaben und macht sichtbar, was für den deutschen Markt fehlt oder anzupassen ist.
Die Ausgangslage beim Import
Ein Etikett, das im Herkunftsland unbeanstandet ist, muss den Anforderungen des Zielmarkts nicht genügen. Die Verantwortung dafür trägt, wer das Produkt in Verkehr bringt — praktisch also der Importeur, nicht der Hersteller.
Erschwerend kommt hinzu, dass Beanstandungen hier selten einzelne Artikel betreffen: Was an einem Etikett fehlt, fehlt meist an der ganzen Sendung.
Worauf es beim Import besonders ankommt
- Sprache: die Pflichtangaben müssen in einer für den Verbraucher leicht verständlichen Sprache vorliegen — für den deutschen Markt also auf Deutsch.
- Übersetzungstreue: Zutaten und Allergene dürfen bei der Übersetzung nicht verrutschen; ein falsch übersetzter Zutatenname ist ein Kennzeichnungsfehler.
- Allergenhervorhebung: die Hervorhebung nach Artikel 21 LMIV wird in Drittländern häufig anders oder gar nicht umgesetzt.
- Nährwertangaben: Bezugsgrößen und Einheiten weichen ab, wenn das Etikett nicht für den EU-Markt erstellt wurde.
- Herkunftsangabe: die Angabe zum Ursprung und, wo einschlägig, zur primären Zutat.
- Verantwortlicher Unternehmer: Name und Anschrift des in der EU niedergelassenen Verantwortlichen müssen auf der Verpackung stehen.
- Zusatzstoffe: in der EU nicht zugelassene Stoffe oder abweichende Klassennamen fallen erst bei genauem Abgleich auf.
Wie die Prüfung hilft
- Vor der Bestellung: ein Musteretikett prüfen, bevor eine Sendung beauftragt wird — Änderungen sind beim Lieferanten günstiger als im Lager.
- Mehrsprachig: die Analyse kann in verschiedenen Zielsprachen erfolgen, was den Abgleich von Original und Übersetzung erleichtert.
- Etiketten vergleichen: die Vergleichsfunktion stellt Zutaten und Angaben mehrerer Fassungen nebeneinander und macht Abweichungen sichtbar.
- Daten extrahieren: Zutatenliste, Nährwerttabelle und Herstellerangaben lassen sich strukturiert auslesen und weiterverarbeiten.
- Dokumentiert: jede Prüfung bleibt mit Datum gespeichert und lässt sich als Bericht ablegen.
Grenzen der automatisierten Prüfung
Die Prüfung ist ein technischer Abgleich, keine Rechtsberatung und keine Einfuhrfreigabe. Zoll-, veterinär- und zulassungsrechtliche Fragen bleiben außen vor.
Auch die Bildqualität setzt Grenzen: Fremdsprachige Etiketten mit ungewohnter Typografie oder gewölbte Verpackungen erschweren das Auslesen. Vor der Beauftragung einer Sendung sind die Ergebnisse durch eine fachkundige Person zu validieren.
Häufige Fragen
- Erkennt die Prüfung fremdsprachige Etiketten?
- Ja. Der Text wird aus dem Bild ausgelesen und die Analyse kann in der gewünschten Zielsprache erfolgen. Damit lässt sich ein fremdsprachiges Original gegen die Anforderungen des Zielmarkts abgleichen.
- Kann ich Original und deutsche Fassung gegenüberstellen?
- Ja. Die Vergleichsfunktion stellt die Angaben mehrerer Etiketten nebeneinander, sodass Abweichungen zwischen Original und Übersetzung sichtbar werden.
- Prüft das System auch die Zulässigkeit von Zusatzstoffen?
- Zusatzstoffe und deren Kennzeichnung sind Teil der Prüfkriterien. Die zulassungsrechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt jedoch eine fachliche Entscheidung.
- Ersetzt das die Prüfung durch ein Labor?
- Nein. Geprüft wird die Kennzeichnung, nicht das Produkt. Analytische Fragen — etwa ob die deklarierten Nährwerte zutreffen — beantwortet nur eine Laboruntersuchung.
Prüfen Sie ein Etikett aus einer laufenden Einfuhr und sehen Sie, was für den deutschen Markt fehlt.
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